Teide Gipfel Wanderung: Ein guter Freund erzählte mir mal, der höchste Berg Spaniens läge gar nicht auf dem Festland, sondern auf Teneriffa. Ich staunte, schaute nach – und tatsächlich: Es ist der Teide, nicht der Mulhacén in der Sierra Nevada. 3.718 statt 3.482 Meter.
Seitdem tauchte der Name immer wieder vor meinem geistigen Auge auf, bis ich beschloss, ihm einen Besuch abzustatten. Die Teide Gipfel Wanderung sollte zu Fuß beginnen, von Meereshöhe aus.
Von der Playa bis in die Wolken
Die Teide Gipfel Wanderung beginnt für die meisten mit einer kurzen Busfahrt bis an die Playa de El Socorro, wo die legendäre Ruta 040 (Playa–Teide–Playa) startet – und von Meereshöhe aus ging es beständig bergauf. Strecke, Steigung und die nahe Äquatorsonne zogen reichlich Körner, aber es ging gut voran, durch herrliche Landschaft und üppige Vegetation.
Erste Weggabel: Capillo de la Fortaleza, 2.090 m. Von hier kann man direkt Richtung Teide weiter und optional im Refugio de Altavista (3.260 m) eine Zwischenübernachtung einlegen – Bonuspunkt: der Sonnenaufgang, bevor man sich zum Gipfel aufmacht, denn der Teide wirft dabei den längsten Schatten der Welt.
Ich entschied mich anders und lief kilometerweit durch die beeindruckende Caldera. In Portillo Alto wartete die erste echte Stärkung: eine satte Portion Kohlenhydrate in Form von reichlich Nudeln – ohne Mampf kein Kampf. Weiter ging es durch die Lavalandschaft zum Tagesziel, dem Parador de Las Cañadas del Teide.
Die unruhige Nacht
Ich hatte einen wahrhaft platten Tag hinter mir und freute mich auf Abendessen und eine geruhsame Nacht – die trotz massenhafter Magnesiumzufuhr eher unruhig und kurz verlief. Bergwanderer wissen, was ich meine. Für die Teide Gipfel Wanderung am nächsten Morgen brauchte ich diese Ruhe eigentlich dringend.
Ich entschloss mich, noch im Dunkeln dem Morgen entgegenzulaufen. Vor der Hoteltür empfing mich eine Kraterlandschaft im Morgengrauen, das patrouillierende Fahrzeug der Guardia Civil wirkte wie eine Mondpatrouille – ich fragte mich kurz, ob ich auf einem anderen Planeten gelandet war.
Der Aufstieg über die Sendero de Montaña Blanca
Die Teide Gipfel Wanderung führt an diesem Punkt über die Sendero de Montaña Blanca weiter, während die Sonne bereits kräftig brannte. Beeindruckende Lavabrocken säumten stumm den Weg, während ich vor mich hin keuchte und Höhenmeter fraß.
Es wurde karger – der blühende Teide-Ginster und die skurrilen Natternköpfe schwanden, erkaltetes Lavagestein übernahm. Irgendwann erreichte ich das Refugio de Altavista und stieg nach einer weiteren Pause weiter auf.
Immer wenn ich glaubte, ein gehöriges Stück vorangekommen zu sein, erhob sich der nächste Lavaberg. Aber steter Tropfen höhlt den Stein – und irgendwann war ich oben, zumindest an der Bergstation der Seilbahn.
Der letzte Abschnitt – und eine ehrliche Warnung
An dieser Stelle muss ich ehrlich sein: Ich hatte zu diesem Zeitpunkt bereits Symptome der Höhenkrankheit – Schwindel, Herzrasen, Übelkeit, Kopfschmerzen. An Essen und Trinken war nicht mehr zu denken, dabei wäre genau das wichtig gewesen.
Der vernünftige Schritt wäre der Umkehrschwung gewesen. Ich bin trotzdem weitergegangen. Ich warne ausdrücklich davor, mir das gleichzutun. Wer solche Symptome zeigt, sollte umkehren – der Berg läuft nicht weg.
Mit kurzen, langsamen Schritten kämpfte ich mich weiter empor. Aus dem Boden waberte mir Schwefeldampf entgegen, unmöglich, ihn nicht einzuatmen – was die Übelkeit weiter verstärkte.
Dann war es so weit: oben, ganz oben, erschöpft, aber unendlich glücklich. Für ein Gipfelfoto und eine langsame 360-Grad-Drehung reichte es noch, um den Ausblick auf die Kanaren zu erhaschen. Dann ging es zurück zur Bergstation, wo es mir schnell besser ging.
Ich weiß, echte Bergsteiger lachen jetzt vielleicht. Für mich war es trotzdem ein Sieg – einer über den Berg, einer über mich selbst. Mit dem Wissen von heute: purer Leichtsinn, bei diesen Symptomen weiterzugehen.
Teide Gipfel Wanderung: Was du wissen musst, wenn du selbst hochwillst
Die gute Nachricht zuerst: Es geht auch bequemer – mit einer Kombination aus Bus/Mietwagen, Seilbahn und einem finalen Aufstieg von rund 163 Höhenmetern. Auch dieser kurze Abschnitt verdient Respekt, denn dünne Luft und wechselndes Wetter werden auch auf kurzen Strecken unterschätzt.
Nicht geeignet für: Schwangere, Kinder unter 3 Jahren, Herz-Kreislauf-Patienten, Personen mit körperlichen oder motorischen Einschränkungen, unbegleitete Kinder unter 16 Jahren – und grundsätzlich niemanden in Flip-Flops.
Genehmigungen für die Teide Gipfel Wanderung (Stand: nach Reformen ab Januar 2026)
Für den letzten Gipfelabschnitt (Sendero PNT-10, Telesforo Bravo) brauchen Wanderer wie Seilbahnreisende gleichermaßen eine Genehmigung – die Seilbahn allein reicht nicht. Tourist:innen zahlen für PNT-10 derzeit 15 €, für den Zubringer PNT-7 (Montaña Blanca) 6 €.
Zwischen Tinerfeños, übrigen Kanaren-Bewohnern und Tourist:innen wird abgestuft – als Tourist zahlst du mehr. Wer eine geführte Tour bucht, bekommt Seilbahnfahrt, Führung und Genehmigung im Paket, das spart Organisationsaufwand, kostet aber spürbar mehr.
Reserviere ausschließlich über tenerifeon.es, meist ab 56 Tage im Voraus freigeschaltet und streng limitiert. Zeitfenster (jeweils zwei Stunden) unbedingt einhalten.
Dieser Berg ist so präsent auf der Insel, dass du früher oder später den Wunsch verspüren wirst, ihm näherzukommen. Und keine Sorge: Das geht auch ganz ohne Symptome der Höhenkrankheit – wenn du es, anders als ich, vernünftig angehst.
Egal, für welche Variante der Teide Gipfel Wanderung du dich entscheidest – Respekt vor dem Berg sollte dich die ganze Zeit begleiten.
Plane die Teide Gipfel Wanderung also nicht spontan, sondern mit ausreichend Vorlauf für die Genehmigung.
Wer sich generell gegen unvorhergesehene Zwischenfälle auf Reisen absichern möchte, findet mehr dazu in unserem Beitrag zur Reiserücktrittsversicherung.
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Teide Gipfel Wanderung – Blick auf den Vulkan Teide auf Teneriffa mit Palmenzweigen im Vordergrund