Dubai Hochsommer bedeutet: Man kommt an, und alles glitzert. Die Skyline, das Licht, die Neugier – man möchte am liebsten alles auf einmal erleben. Doch draußen wartet nicht einfach nur Hochsommer, sondern eine orientalische, unbarmherzige Mörderhitze.
Ein kleiner Trost: Die Schlangen an den Sehenswürdigkeiten werden dadurch spürbar kürzer. Der Preis dafür kann allerdings hoch sein – im wahrsten Sinne des Wortes gesundheitlich.
Wer glaubt, ein Bad im türkisklaren Meer bringe Abkühlung, sieht sich getäuscht. Ich habe es auch geglaubt. Ich bin recht fit – und trotzdem: Bei 33 bis 35 Grad warmem Wasser im Persischen Golf bekam selbst ich Herzklabastern, sobald ich nicht mehr planschte, sondern schwamm. Anstrengung war quasi ein No-go. Das muss niemand erlebt haben.
Warum das so gefährlich ist: Wenn die Wassertemperatur kaum noch unter der Körpertemperatur liegt, kann der Kreislauf sich beim Schwimmen kaum noch abkühlen. Der Körper arbeitet dann doppelt – gegen die Anstrengung und gegen die Hitze von außen. Warnzeichen wie Herzrasen, Schwindel oder Übelkeit sollte man ernst nehmen und sofort aus dem Wasser gehen, statt sie wegzulächeln.
Die Lösung: sich konsequent anpassen, einen Gang runterschalten. Besser ist es, erst gegen Sonnenuntergang aktiv zu werden, frühestens. Und für alle, die trotzdem nicht aufs Schwimmen verzichten wollen, gibt es eine sichere Alternative – Schwimmen unter Flutlicht und mit Badeaufsicht, deutlich kreislaufschonender und eine tolle neue Erfahrung.
Nachtschwimmen in Dubai Hochsommer: Die sicheren Strände
Möglich ist das an drei Stränden:
- Jumeirah Public Beach
- Umm Suqeim Beach (Sunset Beach)
- Mamzar Beach Park
Dort weisen hohe Flutlichtmasten diese Strände als Nachtstrände mit Badeaufsicht aus. Wer sich vorab über die aktuellen Öffnungszeiten und Regeln informieren möchte, findet verlässliche Angaben direkt bei der Dubai Tourism Behörde (Visit Dubai).
Weitere Tipps für den Dubai Hochsommer
Nicht nur Schwimmen, auch der restliche Tagesablauf sollte sich der Hitze unterordnen. Ein paar Dinge, die ich rückblickend anders gemacht hätte:
Kleidung und Sonnenschutz: Leichte, luftige Stoffe in hellen Farben sind Pflicht, dazu Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor – bei Werten von teils über 45 Grad Außentemperatur reicht eine „normale“ Urlaubsroutine nicht mehr aus. Auch am bewölkten Tag ist die UV-Belastung enorm. Eine Kopfbedeckung und eine Sonnenbrille mit gutem UV-Schutz gehören für mich mittlerweile fest ins Handgepäck.
Trinken, trinken, trinken: Der Flüssigkeitsbedarf steigt im Dubai Hochsommer massiv. Wasser sollte immer griffbereit sein, auch wenn man sich nicht durstig fühlt – im trockenen Wüstenklima verdunstet Schweiß so schnell, dass man den eigenen Flüssigkeitsverlust leicht unterschätzt. Elektrolythaltige Getränke können zusätzlich helfen, vor allem nach längerer Zeit draußen.
Indoor-Alternativen für die Mittagshitze: Zwischen 12 und 16 Uhr lohnt sich ein Ausweichen in klimatisierte Malls, Aquarien oder Museen mehr als jeder Sightseeing-Marathon draußen. Das schont den Kreislauf und lässt trotzdem keine Zeit ungenutzt – Dubai hat für diese Stunden mehr als genug Indoor-Attraktionen zu bieten.
Aktivitäten zeitlich verschieben: Outdoor-Programm wie Wüstensafaris oder Souk-Besuche funktionieren im Hochsommer deutlich besser am frühen Morgen oder nach Sonnenuntergang als tagsüber. Viele Anbieter haben ihre Startzeiten ohnehin schon an die Jahreszeit angepasst.
Beste Reisezeit oder doch lieber Hochsommer?
Wer der Hitze grundsätzlich aus dem Weg gehen will, ist zwischen November und März in Dubai deutlich komfortabler unterwegs – dann pendeln sich die Temperaturen auf angenehme 20 bis 30 Grad ein. Dafür zahlt man in der Hauptsaison spürbar mehr für Flug und Hotel, und an den bekannten Sehenswürdigkeiten ist deutlich mehr los. Der Hochsommer ist also kein Fehler, sondern ein Kompromiss: weniger Trubel und niedrigere Preise gegen mehr Rücksicht auf den eigenen Kreislauf.
Lohnt sich der Dubai Hochsommer trotzdem?
Ob ich noch einmal im Hochsommer nach Dubai reisen würde? Grundsätzlich ja – denn in den Sommermonaten ist die Reise deutlich erschwinglicher. Was das jemandem heute nützt, der es noch nicht weiß, ist die andere Frage. Aber ich wäre heute schlauer: Ich würde meinen Lebensrhythmus trotz aller Verlockungen konsequent den Gegebenheiten anpassen. Und auch beim Mietwagen für die Anreise würde ich vorher genauer hinschauen, bevor die Hitze zusätzlich aufs Budget schlägt.
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Beleuchteter Flutlichtmast mit blauem Leuchtring in Dubai bei Abenddämmerung, im Hintergrund das Meer, Textüberlagerung „Dubai im Hochsommer – Warum ich abends schwimmen ging“